Adopt a Blogger / Der letzte Engel von Zoran Drvenkar

Noch nie gehört? Die Idee stammt von der GeschichtenAgentin.

Was steckt dahinter? Die GeschichtenAgentin liest Bücher aus den verschiedensten Gebieten und möchte die Rezensionen dazu in der Blog-Welt verstreuen. Sobald sie ihre Buchtipps abgegeben hat, kann man sich für eine der Rezensionen bewerben. Das Besondere? Man erfährt erst nach der Reziadoption um welches Buch es sich handelt.

Witzigerweise hatte ich das Glück und habe einen Buchtipp adoptiert, der Genremässig sogar  sehr gut zu mir passt 🙂

Und nun viel Spaß bei der Rezension!

 

Kurzbeschreibung lt. amazon.de:

Virtuos, vielschichtig, überraschend – ein abgründiger fantastischer Thriller von SPIEGEL Bestsellerautor Zoran Drvenkar!

Motte ist sechzehn Jahre alt, als der Tod an seinem Fenster kratzt. An einem harmlosen Wochenende kurz nach Mitternacht bekommt er eine anonyme E-Mail:

sorry für die schlechte nachricht

aber wenn du aufwachst, wirst du tot sein

wir wollten nur, dass du das weißt

Mieser Scherz, denkt Motte, wird aber dennoch ein wenig nervös und beschließt, die Nacht durchzumachen. Natürlich schläft er ein und natürlich wacht er auf – und fühlt sich wie immer.

Bis darauf, dass sein Herz nicht mehr schlägt. Und dann sind da noch diese zwei Flügel auf seinem Rücken …

Meinung der GeschichtenAgentin:

Manche Bücher finde ich so großartig, das ich unbedingt einen Tag im Kopf des Autors verbringen möchte, um zu erleben, wie solche Bücher entstehen.

Andere Bücher wiederum finde ich so großartig, dass ich auf gar keinen Fall einen Tag im Kopf des Autors verbringen möchte, denn Schwindelanfälle wären noch das harmloseste, was mir dort widerfahren könnte.

„Der letzte Engel“ von Zoran Drvenkar ist solch ein anderes Buch.

Ich möchte mir erst gar nicht vorstellen, wie sich ein Hirn anfühlen muss, das so eine komplex verwobene Geschichte ersinnt. Es ist mir ein Rätsel, wie der Autor es schafft, den Überblick über seine Handlungsstränge und Zeitsprünge zu behalten, und doch fühlte ich mich als Leserin stets sicher geführt.

Ein gutes Buch holt den Leser ab, wo auch immer er steht, und nimmt ihn von dort aus mit auf eine einzigartige Reise. Jeder Leser erlebt seine ganz eigene Version. Der eine bewundert Mona und Königin Theia, der andere lässt sich von der Interpretation des Engels-Mythos faszinieren, der nächste tritt dem Anti-Helden Lars in den Hintern oder fiebert mit den Söldnern mit, der nächste Leser folgt der Weltverschwörungstheorie …

So lässt sich „Der letzte Engel“ auf viele Arten lesen – vielleicht als Thriller, als Fantasy, als Coming of Age – Roman… ich bin mir sicher, das jeder Leser sein eigenes Buch erhält.

Deswegen verweigere ich mich auch dem Versuch einer Inhaltsangabe – es geht um die Geschichte der Menschheit, um Mann und Frau, um die Macht der Erinnerungen, um die Unterscheidung zwischen Gut und Böse und um das Erwachsen-Werden. Und natürlich um Engel.

Kann solch eine komplexe Geschichte noch ein Jugendbuch sein?

Ja, für mich ist es ein Jugendbuch. Eines, das deutlich vor der Macht „der Rentner“ und des „Das haben wir schon immer so gemacht“ warnt. Eines, das zeigt, welche Kraft und Möglichkeiten Jugendliche haben, in das Weltgeschehen einzugreifen. Ein Jugendbuch, das fordert und manch einem jugendlichen Leser das obercoole „Hab schon alles gesehen“ – Grinsen aus dem Gesicht fegen wird.

Und der Schluss? Tja.

Für mich ist das kein offenes Ende. Für mich ist der Schluss ein Kunstgriff; fast die einzige Möglichkeit, den Sog, den das Buch entfaltet hat, zu stoppen. Ich kann – nach dem sich meine Verblüffung gelegt hat – gut mit dem Ende leben.

 

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5 Kommentare »

  1. Ich habs noch vor mir…. und ich weiger mich auch gegen was: Mich beeinflussen zu lassen *lach* Ich hab jetzt sooo viele unterschiedliche Meinungen gelesen, dass ich immer neuGIERIGER auf die Geschichte werde!

    Danke für die Rezi und liebste Grüße
    Bine

    • buch im kopf Said:

      Ich bin ehrlich gesagt auch neugierig drauf. Auf die WL gepackt 😉 Und ganz ehrlich: Nur weil jemand ein Buch bescheeeeeiden fand, hat mich das noch nie vorm Lesen abgehalten 🙂

      Liebe Grüsse zurück :*

  2. Hach, es ist ein unbeschreiblich gutes Gefühl, seinen eigenen Text auf einem anderen Blog zu lesen!
    Und ich war diesmal baff, mit was für einer Zielsicherheit Du Dich bei „Adopt a Blogger“ auf eine Rezi beworben hast, die so wunderbar zu Deinem Blog passt!
    Danke fürs adoptieren und keep on blogging!
    Dagmar alias GeschichtenAgentin

    • buch im kopf Said:

      Tja, was soll ich sagen… der Auszug aus der Rezi hat mich einfach angesprochen 🙂

  3. […] Manche Bücher finde ich sie großartig, das ich unbedingt einen Tag im Kopf des Autors verbringen möchte, um zu erleben, wie solche Bücher entstehen. Andere Bücher wiederum finde ich so großartig, dass ich auf gar keinen Fall einen Tag im Kopf des Autors verbringen möchte, denn Schwindelanfälle wären noch das harmloseste, was mir dort widerfahren könnte. XXX ist solch ein anderes Buch! […]


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